Klimaanlagen für Haus, Wohnung und Zimmer - so machen Sie's richtig

Klimaanlagen kühlen die Luft und sorgen so für ein angenehmes Raumklima. Es gibt mobile Klimageräte, Split-Klimageräte, mobile Split-Klimaanlagen, Klimaanlagen mit und ohne Abluftschlauch.

Welches Klimagerät in welcher Größe zu Ihren Bedürfnissen passt, und mit welchen Kosten Sie für Ihre Klimaanlage rechnen müssen, finden Sie mit unserem Kühlleistungsrechner sowie dem Betriebskostenrechner heraus.

Wir haben Ihnen die wesentlichen Hintergründe zu den verschiedenen Arten, zur Funktionsweise einer Klimaanlage und über die durchzuführenden Schritte für das 'Projekt Klimaanlage' zusammengestellt.

Was kostet eine Klimaanlage?

Eine Klimaanlage für Zuhause kostet zwischen 200 - 2000 €. Die Kosten setzen sich aus Anschaffungs- und Betriebskosten zusammen und variieren je nach Art des Klimagerätes und der benötigten Leistung (Kühlleistung / elektrische Leistung). Mobile Klimageräte sind günstiger in der Anschaffung als Split-Geräte. Besonders leise Klimaanlagen sind noch einmal teurer als lautere.

Wir haben hierzu die folgende Vergleichstabelle über die Kosten einer Klimaanlage zusammengestellt:

ArtAnschaffungskostenBetriebskostenElektrische LeistungKühlleistung: Kühlvolumen
Luftkühler50 - 200€0,02 €/h75 Wabhängig von Kühlmittel: kleine Räume
Mobile Klimaanlage (klein)280 - 430€0,56 €/h2 kW7000 BTU/h: 65 m<sup>3</sup>
Mobile Klimaanlage (groß)430 - 830€0.98 €/h3,5 kW12000 BTU/h: 130 m<sup>3</sup>
Split-Klimaanlage (single)750 - 1250€0,73 €/h2,6 kW9000 BTU/h: 80 m<sup>3</sup>
Split-Klimaanlage (double)1400 - 1900€2,80 €/h10 kW24000 BTU/h: 160 m<sup>3</sup>
Mobile Split-Klimaanlage (single)1450€ - 2050€1,20 €/h4,3 kW14300 BTU/h: 120 m<sup>3</sup>
Lüftungsanlage (dezentral)2000 - 3000€10 €/a--
Lüftungsanlage (zentral)8000 - 10000€150 €/a--

Die Betriebskosten sind ein wichtiger Teil bei der Frage 'Was kostet eine Klimaanlage?' und werden oft unterschätzt. Einige Modelle kommen mit sehr günstigen Preisen daher, haben mitunter jedoch schlechte Werte bei der Energieeffizienz, welche sich langfristig bemerkbar machen. Um hier keine böse Überraschung zu erleben, können Sie mit unserem Betriebskostenrechner abschätzen, mit welchen Kosten Sie zu rechnen haben. Ein Vergleich der Betriebskosten einer Split-Klimaanlage mit einer Klimaanlage mobil mit vergleichbarer Kühlleistung, kann hier manch faules Ei enttarnen.

Zur Berechnung der Betriebskosten geben Sie bitte nachfolgende die jeweiligen Parameter wie elektrische Leistung, Strompreis und Laufzeit der Klimaanlage ein und lassen das Ergebnis berechnen.

Wh

Welche Leistung braucht meine Klimaanlage?

Die Frage, welche Kühlleistung Ihre Klimaanlage erbringen muss, hängt vom zu kühlenden Volumen ab, von der Temperaturdifferenz, die erreicht werden soll sowie vom Wärmeeintrag. Typische Wärmequellen sind die Sonne, eine hohe Umgebungstemperatur sowie Elektrogeräte und Menschen. Typisch für einen 50 m<sup>2</sup> Raum mit 2,50 m Deckenhöhe, der keine sonstigen Besonderheiten aufweist wäre bspw. ca. 12000 BTU/h.

Um abzuschätzen, wieviel (Kühl-)Leistung Ihre Klimaanlage haben sollte, können Sie sich folgende Fragen stellen:

  • Welche Fläche möchte ist zu kühlen?
  • Wie hoch sind die zu kühlenden Räumlichkeiten?
  • Wie groß ist das zu kühlende Volumen?
  • Wie sind die Räumlichkeiten isoliert?
  • Wieviel Außenwände haben die Räumlichkeiten?
  • In welcher Himmelsrichtung liegen die Außenwände?
  • Gibt es viel nach Süden gerichtete Fenster?
  • Sind die Räumlichkeiten unterm Dach oder im Keller?
  • Gibt es besondere Anforderungen an die Zieltemperatur?
  • Gibt es weitere Wärmequellen (Computer, Küchengeräte, Menschen)?

Kühlleistung berechnen

Die benötigte Kühlleistung, auch Kühllast genannt, ist der erste Schritt auf dem weg zur richtigen Klimaanlage - unabhängig davon, ob es letztlich ein Split- oder ein Mobiles System wird. Sie ergibt sich aus dem zu kühlenden Luftvolumen im Raum (Raumvolumen), welches aus Grundfläche * Deckenhöhe des Raumes berechnet wird, und den Wärmeeinträgen - dies kann Umgebungstemperatur von außen sein sowie Wärmeerzeuger im Raum wie bspw. Elektrogeräte oder Menschen. Näherungsweise beschränken wir uns bei dem vorliegenden Rechner auf die Äußeren Faktoren, da diese im Sommer und privaten Anwendungsfall den größten Teil ausmachen.

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A - geringer Wärmeeintrag: Kellerräume, etc.

Was ist BTU bei Klimageräten?

Wenn es um die Kühlleistung bei Klimaanlagen geht, fällt oft die Abkürzung 'BTU'. Diese steht für 'British Thermal Unit', eine Einheit für die Energie, und meint bei Klimaanlagen eigentlich BTU/h. BTU/h und ist eine Einheit für die Kühlleistung des Gerätes. 1 BTU ist die Energie die benötigt wird, um ein Pound Wasser um 1 Grad Fahrenheit zu erwärmen. 1 BTU entspricht ca. 0,3 Wh, also sind bspw. 10 000 BTU/h = 3 kW.

Klimaanlagen-Systeme: Mobil, Split & weitere Klimasysteme

Es gibt bei Klimaanlagen grundsätzlich 2 Systeme - mobile Klimaanlagen und Split-Klimaanlagen. Diese bringen unterschiedliche Vor- und Nachteile mit sich in Hinblick auf Anschaffungskosten und -aufwand, Betriebskosten, Allergiker-Eigenschaften. Darüber hinaus gibt es noch klimaanlagen-ähnliche Systeme wie Wärmepumpen oder Luftkühler.

Mobile Klimaanlagen

Mobile Klimaanlagen sind die einfache Variante und zeichnen sich durch minimalen Einbauaufwand aus. Allerdings findet hier die Wärmeabführung typischerweise durch einen Schlauch statt, welcher aus dem Fenster oder der Tür gehängt wird. Hierdurch gelangt stets neue Wärme von außen in den zu klimatisierenden Raum - die Temperatur wird nicht so effektiv abgesenkt, die Filterung der Luft (interessant für Allergiker) findet nicht oder nur schlecht statt. Außerdem sind Geräuschbelastung und Stromverbrauch nicht zu unterschätzen.

Es wird somit schnell deutlich, dass eine mobile Klimaanlage keine optimale Lösung ist, manchmal verhindern die Umstände allerdings den Einbau einer Split-Klimaanlage, dies ist insbesondere bei Mietwohnungen der Fall, sodass man hier nicht an einem mobilen Gerät vorbeikommt.

Für den Einbau ist es hierbei zu empfehlen, beim Baumarkt eine Holz- oder Kunststoffplatte zuschneiden zu lassen, um den Schlauch durch das Fenster nach draußen zu führen.

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Split-Klimaanlagen

Split-Klimaanlagen sind Einbausysteme, die aus mindestens zwei Einheiten bestehen - einem oder mehreren Innengeräten (Multi-Split-Klimaanlagen, bzw. Klimaanlagen-Netz) und einem Außengerät, welche mit einem Rohr verbunden sind. Der Vorteil einer Split-Klimaanlage liegt darin, dass die Klimatisierung deutlich effizienter erfolgt, da keine warme Luft von außen nachströmt. Außerdem wird die Luft effektiv von Allergenen befreit und die Anlagen sind typischerweise deutlich leiser als mobile Klimaanlagen, da die Geräuschbelästigung am Außenteil erfolgt.

Die Nachteile bei einer Split-Klimaanlage sind der aufwändige und teurere Einbau, insbesondere auf Grund der Montage der Außenanlage. Für die Verbindung zwischen Innen- und Außenteil muss die Außenwand durchbohrt werden, woraus eine Wärmebrücke entsteht.

Der Einbau einer Split-Klimaanlage ergibt nur Sinn, wenn diese auch eine gewisse Mindestzeit läuft.

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Wärmepumpen als Klimaanlage

Wärmepumpen können eine schonende, jedoch sehr kostenintensive Alternative in der Anschaffung darstellen, um die Klimatisierung eines Gebäudes zu erreichen. Bei einer Sanierung lohnt es sich, zu prüfen, ob ein derartiges System sinnvoll ist, da die Betriebskosten überschaubar sind, sofern das Gebäude gut gedämmt ist. Allerdings muss man beachten, welche Rahmenbedingungen vorliegen müssen - bspw. funktioniert diese Variante nur richtig gut mit einer Wasser- oder Sole-Wärmepumpe und Fußbodenheizung, da sich bei Heizkörpern sonst schnell unerwünschtes Kondenswasser bildet.

Mini Klimaanlagen ohne Schlauch = Luftkühler

Wird von Mini Klimaanlagen oder Klimaanlagen ohne Schlauch gesprochen, sind in der Regel Luftkühler gemeint. Luftkühler können eine interessante Alternative darstellen, da diese als mobiles System ohne Abluft-Schlauch genutzt werden können - diese liefern einen etwas kühleren Luftstrom als bei einem Ventilator. Das Prinzip der Luftkühler ist denkbar einfach - Wasser wird verdunstet. Hierbei entsteht Verdunstungskälte. Die Verdunstungskälte wird anschließend über einen Ventilator im Raum verteilt.

Was ist der Unterschied zwichen einer Klimaanlage und einem Luftkühler?

  • Klimaanlagen arbeiten mit geeignetem Kältemittel, Luftkühler arbeiten mit Wasser
  • Luftkühler verdunsten das Kältemittel, Klimaanlagen behalten das Kältemittel im Kreislauf
  • Klimaanlagen haben Verbindung nach Außen, Luftkühler haben keinen Zu- oder Abluftschlauch
  • Klimaanlagen verbrauchen deutlich mehr Strom als Luftkühler

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Welche Klimaanlage ist die richtige?

Die richtige Klimaanlage für Ihr Zuhause hat die richtige Kühlleistung, die für den zu klimatisierenden Bereich ausreicht, bzw. etwas darüber liegt. Außerdem erfüllt Sie Ihre Anforderungen hinsichtlich Schalldruckpegel und Kosten. Beachten Sie hierbei die elektrische Leistungsaufnahme, um die Betriebskosten abzuschätzen. Für Mieter kommt meist nur ein mobiles Klimagerät in Frage.

Diese Fragen sollten Sie sich stellen bei der Entscheidung, welche Klimaanlage die richtige für Ihre Bedürfnisse ist:

  • Wie viel Kühlleistung wird benötigt?
  • Was sollte die Klimaanlage im Monat kosten?
  • Wie groß ist das Budget für die Anschaffung?
  • Wie lange läuft die Klimaanlage im Schnitt?
  • Wie viel Strom benötigt die Klimaanlage (u.U. Innen- / Außengeräte)?
  • Dürfen bauliche Veränderungen durchgeführt werden?
  • Wie laut dürfen die Innengeräte sein?
  • Soll die Klimaanlage besonders umweltfreundlich sein?
  • Was ist die Energieeffizienzklasse des Gerätes?
  • Wird ein umweltfreundliches Kühl-/Kältemittel verwendet?

Wie funktioniert eine Klimaanlage?

Eine Klimaanlage kühlt Luft ab. Hierfür wird ein Kühlmittel zunächst verdichtet und kondensiert dann unter Abgabe von Kondensationswärme. Anschließend wird die Flüssigkeit über ein Expansionsventil in einen Verdampfer geleitet. Hier wird das Gas über die Raumluft erwärmt, was die Raumluft abkühlt. Das Kühlmittel muss einen niedrigen Siedpunkt als die angestrebte Raumtemperatur und sollte eine große spezifische Verdampfungsenthalpie haben.

Das Funktionsprinzip der Klimaanlage haben wir in der nachfolgenden Grafik noch einmal übersichtlich dargestellt: Funktionsprinzip-einer-Klimaanlage.png

Welche Hersteller von Klimaanlagen gibt es?

Die bekanntesten Hersteller von Klimaanlagen haben wir im Folgenden aufgelistet. Besonders herausheben möchten wir hierbei die Firma Midea, welche 2018 ein Split-Klimagerät entwickelt haben, welches mit dem umweltschonenden Kühlmittel R290 arbeitet. Das Gerät ist besonders umweltschonend, leise und energieeffizient und wurde daher als erste Split-Klimaanlage mit dem Blauen Engel ausgezeichnet. In Deutschland werden die Anlagen unter der Marke Comfee vertrieben.

  • Daikin: www.daikin.de
  • DeLonghi: www.delonghi.com
  • Fujitsu: www.fujitsu.com
  • Gree: www.gree-klima.de
  • LG: www.lg.com
  • Comfee by Midea: www.mideagermany.de
  • Meier Tobler: www.meiertobler.ch
  • Mitsubishi: mitsubishielectronic.com
  • Samsung: www.samsung.com
  • Stiebel Eltron: www.stiebel-eltron.de
  • Suntec Wellness: www.suntec-wellness.de
  • Trotec: www.trotec.com
  • Viessmann: www.viessmann.de

Praxistipps zu Split-Klimaanlagen und mobilen Klimageräten

Neben obigen Fragen rund um die Themen Kosten, Leistung, Arten, Hersteller von Klimaanlagen und den aufgeführten Fragen in diesem Kontext, spielen für die konkrete Umsetzung des Projekts 'Klimaanlage' noch weitere Fragen eine Rolle. Wir haben die wichtigsten Schritte und Hinweise für die Durchführung und Umsetzung des Klimaanlagen-Projekts für Zuhause zusammengestellt. Außerdem erklären wir den Aspekt der Integratoin der Klimaanlage ins Smarthome und rechnen ein Amortisationsbeispiel vor, bei dem wir zwei Klimaanlagen miteinander vergleichen.

Amortisationszeit Split-Klimaanlage vs. Mobile Klimaanlage

Typischerweise rechnen sich Split-Klimaanlagen erst ab einer gewissen Kühllast bzw. Laufzeit. Anhand eines Beispiels soll dies verdeutlicht werden. Hierfür verwenden wir für die folgende Beispielrechnung zum Vergleich der Amortisationszeit eine Kostendifferenz in Höhe von 2000€ sowie einen 50% höheren Energie-Verbrauch beim Mobilen im Vergleich zum Split-System an. Wir vergleichen die Szenarien eines 30m2 Raumes sowie eines 100m2 Raumes bei normaler Einstrahlung (med) und hoher Einstrahlung (high).

SzenarioKühlleistung (kW)Betriebskosten Split System (€/h)Betriebskosten Mobiles System (€/h)Differenz (€/h)Amortisationsdauer (Monate)
30m2, high2.6250.741.100.36758
30m2, med1.50.420.630.2113
100m2, high8.752.453.681.2252
100m2, med51.402.100.74

Amortisationsdauer einer energieeffizienteren Klimaanlage.png

Installation einer mobilen Klimaanlage

1. Schritt: Kühllastberechnung Zu Beginn der Installation einer mobilen Klimaanlage steht die Berechnung der benötigten Kühllast. Hierfür kann der hier bereitgestellte Klimaanlagenrechner zur Dimensionierung verwendet werden. Bei der Dimensionierung ist darauf zu achten, dass die Leistung der Klimaanlage etwas über der abzuführenden Kühllast liegt, sodass man hier im Zweifel mit der Klimatisierungsleistung etwas über der beabsichtigten Leistung liegt, anstatt darunter.

2. Schritt: Auswahl und Recherche des Systems Bei der Auswahl des Systems stellt sich nach der Kühllastberechnung die Frage nach den Möglichkeiten zur Wärmeabführung - gibt es ein entsprechend geeignetes Fenster oder eine andere Möglichkeit bspw. durch die Tür, die Wärme sinnvoll abzuführen? Darüber hinaus ist es insbesondere bei mobilen sinnvoll zu prüfen, ob diese über eine Smarthome Funktionalität verfügen und entsprechend programmiert werden können. Auf Grund der geringeren Energieeffizienz bei mobilen Geräten ist es bspw. sinnvoll, diese bereits einige Minuten oder Stunden vor dem Schlafengehen anzuschalten, sodass zum Einschlafen eine angenehme Temperatur herrscht anstatt zu großer Hitze in Kombination mit einem eiskalten Luftstrom. Außerdem kann die Leistung im Verlauf der Nacht niedriger gestellt werden, da insbesondere das Einschlafen kritisch ist bzgl. der optimalen Umgebungstemperatur.

3. Schritt: Kauf und Einbau Sobald ein geeignetes mobiles Klima-Gerät gefunden, bestellt und geliefert wurde, muss dieses eingebaut werden. Hierbei ist insbesondere eine gute Blende für den Wärmeabfuhrschlauch zu kaufen oder zu bauen. Hier bietet sich bspw. eine entsprechende Holzplatte oder ein -brett an, in welchem ein passgenaues Loch für den Schlauch gesägt und eine entsprechende Vorrichtung angebracht werden. Aber auch andere Materialien wie Kunststoff oder vorgefertigte Vorrichtungen können gut geeignet sein. Wichtig ist es hier, eine Lösung zu erreichen, die hinreichend abdichtet und einfach täglich bspw. nach dem Aufstehen montiert werden kann.

4. Schritt: Experimentieren mit dem Aufstellungsort Als letzter Schritt zu einem angenehmen Ergebnis der Klimatisierung mittels mobiler Klimaanlage muss die optimale Verteilung der kalten Luft im Raum erreicht werden. Dies hängt stark von der Art des Raumes ab - muss das Büro klimatisiert werden, ist dies ein Unterschied zum Schlafzimmer. Auch persönliche Präferenzen spielen eine Rolle - manche Menschen bevorzugen es, einen kühlenden Luftstrom auf der Haut zu spüren, während andere hier empfindlich sein können und die indirekte Kühlung bevorzugen. Außerdem kann der Geräuschpegel der Anlage dazu führen, dass ein Aufstellen auf Kopfhöhe bspw. im Schlafzimmer nicht in Frage kommt. Der Vorteil der mobilen Klimaanlagen ist, dass diese flexibel umgestellt und gedreht werden können - sofern die Länge des Abluftschlauches ausreichend ist.

Einbau einer Split Klimaanlage

Bei einer Split Klimaanlage gibt es einige Dinge mehr zu beachten, im Vergleich zu mobilen Klimaanlagen, da diese oft hohe Kosten sowie einen massiven Eingriff in die Bausubstanz mit sich führen, sodass entsprechend gut und vorausschauend geplant werden muss.

1. Schritt: Kühllastberechnung und Dimensionierung der Anlage Für die einzelnen Räume kann der auf dieser Seite angebotene Dimensionierungsrechner verwendet werden, wobei bei einem größeren Vorhaben, bei dem per Multi-Split Klimasystem oder mehreren single Split Klimaanlagen mehrere Räume bzw. ein ganzes Haus oder eine größere Wohnung klimatisiert werden sollen, frühzeitig der Fachmann aufgesucht werden sollte. Hier ist allerdings darauf zu achten, entsprechende Fachkenntnisse genau abzuprüfen, da auf Grund der steigenden Nachfrage nach Klimaanlagen und zunehmenden Fachkräftemangels auch die Qualität des Fachpersonals mit eigenen Recherchen und Berechnungen angereichert werden sollte. Als Faustregel gilt: Lieber etwas größer dimensionieren, um im Nachhinein Spielraum zu haben, wenn bspw. ein Fenster eingebaut werden soll oder weitere Wärmeerzeuger angeschafft werden oder sich zusätzliche Personen in den Räumlichkeiten aufhalten.

2. Schritt: Auswahl des Klima-Systems und Planung des künftigen Klimatisierungs-Bedarfs Hier stellt sich insbesondere die Frage danach, ob ein zusammenhängendes Klimanetz, bzw. Multi-Split Klimasystem oder mehrere Single-Split-Klimaanlagen genutzt werden sollen. Hier spielen die baulichen Gegebenheiten die entscheidende Rolle - können Leitungen und Luftkanäle sinnvoll gelegt werden, wie groß ist die Reichweite bei des kühlenden Luftvolumenstroms bspw. in einer größeren Wohnküche? Es gibt hier leistungsstarke Klimaeinheiten, mit denen sich selbst große Räume mit bis zu 80qm kühlen lassen. Hier muss allerdings besonderes Augenmerk auf die Verteilung der Kälte gelegt werden, da sonst unbehagliche Kältezonen entstehen können. Eine sinnvolle Lösung in solchen Fällen kann darin liegen, mehrere kleinere Multi-Split-Klimasysteme aufzubauen, sodass jeweils 1-3 Innengeräte an ein Außengerät angeschlossen werden. Bezüglich der langfristigen Planung kann es insbesondere bei Neubauten Sinn ergeben, leistungsstärkere Außengeräte sowie Raum für Luftkanäle einzubauen, sodass unter Umständen später mit weiteren Innengeräten nachgerüstet werden kann. Als Faustregel gilt: Das Außengerät gibt die Leistungsobergrenze vor.

3. Schritt: Planung der Installationsorte Je nachdem, ob die Klimaanlage bei einem Neubau mit eingebaut oder erst im Nachhinein im Zuge einer Renovierung hinzukommt, sind Spielraum für die Planung unterschiedlich. Hier spielen bspw. die Platzierung der Innengeräte, der Außengeräte sowie für Luft-, Kühlmittel- sowie Wasserleitungen und Stromversorgung.

Für die Klimageräte im Innenraum sind insbesondere ästhetische Überlegungen sowie die optimale Verteilung der klimatisierten Luft entscheidend. Darüber hinaus spielt aber auch die Verlegung und Verkleidung von Leitungen, Rohren und Kabeln eine Rolle. Für die optimale Verteilung spielt es eine Rolle, wie der Raum eingerichtet ist - so ist es bspw. nicht sinnvoll, dass der klimatisierte Luftstrom direkt auf den Arbeitsplatz gerichtet ist, da hier die Gefahr einer Unterkühlung besteht. Eine mittige Platzierung im Raum führt generell zu einer besseren Verteilung der Kaltluft aus der Klimaanlage. Bzgl. der Ästhetik der Klimaanlage gibt es sehr attraktive Lösungen, bspw. als Deckenkassette mit Blende oder Wandgerät mit eingebautem Rahmen, sodass bspw. ein Gemälde vorgesetzt werden kann.

Bei der Anbringung des Außengeräts der Klimaanlage müssen die statischen sowie architektonischen und rechtlichen Rahmenbedingungen einbezogen werden.

Anbringung auf dem Dach Bei einem Flachdach kann die Anbringung auf dem Dach eine sehr interessante Möglichkeit darstellen, wobei wiederum darauf geachtet werden muss, dass der Aufstellungsort nicht im Bereich einer Wärmeinsel liegt sowie ob die Ausrichtung des Abluftgerätes der Klimaanlage vertikal oder horizontal ausgerichtet werden soll. Auch bei Schrägdächern kann eine Anbringung auf dem Dach möglich sein, muss jedoch baulich deutlich besser eingeplant werden, was wiederum mit der regionalen Bebauungsordnung kollidieren kann. Der große Vorteil der Anbringung auf dem Dach ist, dass die Klimaanlage gut versteckt werden kann und somit die Ästhetik des Gebäudes nicht negativ beeinflusst. Es sollte jedoch unbedingt darauf geachtet werden, dass der Aufstellungsort einigermaßen zugänglich ist, sodass Wartungs- und Reparaturarbeiten des Außengeräts der Klimaanlage in sinnvollem Rahmen durchgeführt werden können. Bei Eigentümergemeinschaften ist unter Umständen die Zustimmung der jeweils benachteiligten Wohnungseigentümer einzuholen (OLG Düsseldorf, Beschluss v. 28.11.2006, I-3 Wx 197/06).

Anbringung an der Außenwand Hier gestaltet sich die Auswahl des richtigen Platzes herausfordernd, wenn es keine klare Seite gibt, welche nicht so gut sichtbar ist. Aus energetischen Gesichtspunkten ist die Aufstellung auf der Nordseite sinnvoll, um den Energieverbrauch der Klimaanlage möglichst zu optimieren. Problematisch wird es bei baulichen Veränderungen an Eigentumswohnungen, die Teil einer Eigentümergemeinschaft sind - hier kann es notwendig sein, dass eine entsprechende Einwilligung eingeholt werden muss (Landgericht Frankfurt/Main, Aktenzeichen 2-13 S 186/14). Außerdem können weitere baurechtliche Vorschriften das Projekt 'Split-Klimaanlage' schnell beerdigen oder zum kostspieligen Fiasko werden lassen. Bzgl. der Kosten muss auch noch betont werden, dass bei Wohnungen, welche nicht im Erdgeschoss liegen, die Installation des Klima-Außengeräts aufwändig ist. Hier macht es Sinn, sich eingehend über die rechtlichen Rahmenbedingungen zu informieren sowie das Gespräch mit dem Fachmann zu suchen (Anwalt & Installateur).

4. Schritt: Durchführung der Installation Beim Einbau der Komponenten sind eine Reihe von Faktoren zu berücksichtigen, damit die fertige Anlage wunschgemäß funktioniert. Zur Abstimmung von Außen- und Innengeräten muss der Techniker berechnen, ob der Querschnitt der Flüssigkeits- und Saugleitungen sowie der Stromleitung die Herstellerangaben erfüllen und gegebenenfalls Anpassungen vornehmen, um den geforderten technischen Standard zu gewährleisten. Denn wenn beispielsweise ein großes Innengerät hinsichtlich der Anschlüsse zu klein dimensioniert wird, kann es zu Strömungsgeräuschen, Leistungsabfall und im schlimmsten Fall zu Schäden an der Anlage kommen. Darüber hinaus sollte der Installateur bei der Verkabelung der Außengeräte mit den Innengeräten Sorgfalt walten lassen, damit einer störungsfreien Kommunikation der Einheiten nichts im Wege steht.

Potenzielle Störfaktoren für das reibungslose Funktionieren einer neuen RAC-Anlage sind Installationsmängel wie etwa schief aufgehängte Geräte, die den Fluss von Kondensat negativ beeinträchtigen. Es ist sicherzustellen, dass jedes Innengerät in der Waage hängt und die Flüssigkeit frei mit entsprechendem Gefälle über die Kondensatwanne ablaufen kann, anstatt über den Abfluss herauszutropfen. Falls unumgänglich, sollte alternativ sonst von vornherein eine Kondensatpumpe eingeplant werden. Beim Rohrverlauf ist darauf zu achten, dass kein Rohr abknickt und eine ausreichende Isolierung vorhanden ist, damit sich möglichst kein Schwitzwasser bildet. Des Weiteren sollten Rohre so verlegt werden, dass sich im Inneren kein Schmutz ansammelt. Vor der Inbetriebnahme der Anlage ist vom Installateur zunächst eine Dichtheitsprüfung mit Stickstoff vorzunehmen – je nach Hersteller mit bis zu 38 bar. Nach erfolgreicher Druckprüfung wird dann anschließend ein Vakuum in der Anlage erzeugt, bevor die Abschlussinbetriebnahme erfolgen kann.

Die Menge des Kältemittels in einer Klimaanlage bestimmt, ob es eine Pflicht zur regelmäßigen Wartung des Systems gibt. Bei einer Single-Split-Anlage mit nur einem kg Kältemittel ist Wartung nicht verpflichtend – bei größeren Mengen dagegen schon. Aus Sicht des Endkunden empfiehlt sich eine regelmäßige Überprüfung des Systems, um zu verhindern, dass sich Störungen einschleichen und die Anlage Schaden nimmt.

Zur vollständigen Wartung gehört neben einem umfassenden Funktionscheck und dem Auslesen der wichtigsten Parameter eine Reinigung der Filter und Abflüsse. Vor allem am Außengerät können sich leicht Pollen und Dreck ansammeln, die regelmäßig entfernt werden sollten. Manche Hersteller vereinfachen Technikern die Wartung, indem sie ihre Komponenten möglichst wartungsfreundlich konzipieren. Im Idealfall ist es beispielsweise möglich, dass sich die Techniker per Laptop oder Smartphone mit dem System vernetzen, um wichtige Kennzahlen auszulesen – eine entsprechende Schulung durch den Anbieter vorausgesetzt.

Integration der Klimaanlage ins Smarthome

Die Integration der Klimaanlage ins Smarthome kann grundsätzlich über verschiedene Wege erfolgen - je nach Gegebenheiten der Klimaanlage oder des Smarthome Systems. Im Folgenden werden wir die Einbindung per Fernbedienung, separatem Controller, Wlan-Modul, KNX-Interface oder Smart Socket kurz zusammenfassen.

  • Smarte Fernbedienung: Diese Form des Einbindens eignet sich nur, wenn das Gerät per Fernbedienung gesteuert werden kann. Ist dies der Fall kann eine smarthome-fähige Fernbedienung wie bspw. die Logitech Harmony die Klimaanlage ansteuern und bedienen. Die smarte Fernbedienung wiederum kann dann über das Smarthome gesteuert und programmiert werden.

  • Separater Controller: Hier gibt es einige speziell für diesen Anwendungsfall entwickelte Geräte, über die die Klimaanlage direkt über das Smarthome angesteuert werden kann, bspw. Tado Smart AC Control V2 oder AirPatrol WiFi, um nur einige zu nennen. Das Einrichten der smarten Klimaanlage ist hierbei einfacher, als man zunächst denkt; bei der Tado Smart AC bspw. lädt man einfach die App herunter, wählt das Modell aus, connected Controller und Klimaanlage und kann dann über die App beliebige Abläufe einstellen. Sollte das Modell nicht gefunden werden oder die Klimaanlage nicht reagieren, kann der Controller auch direkt angesteuert und programmiert werden - hier ein Link zu einem Video, das dies erklärt: https://www.youtube.com/watch?v=fCtmB6c2epg.

  • WLAN/WiFi-Modul: Um die Konnektivität ihrer Klimageräte mit dem Smarthome zu erreichen und sich so nicht nur per App und Smartphone von überall aus bedienen zu lassen, sondern auch vom Smarthome oder der Haussteuerung erkannt zu werden. Bei einigen Lösungen ist ein Steckdosenadapter enthalten, sodass der Stromverbrauch inkl. einer Prognose gemessen und angezeigt werden kann. Bei anderen kann man If-this-than-that(IFTTT)-Sequenzen definieren, ein Beispilel hierfür ist der Online-Controller von Daikin. Bei vielen neuen Split-Klimaanlagen is bereits eine Kommunikationsschnittstelle mit eingebaut – dies ist in der Regel einfach aus den Produktdatenblätter ersichtlich - oder sie sind direkt kompatibel mit gängigen Smarthome Lösungen wie dem Apple HomeKit (Haier D-Air Smart AC).

  • KNX-Interface: KNX ist ein Feldbus-System zur Gebäudeautomation, mit dem zuverlässig verschiedenste Sensoren (Eingangssignale) mit Aktoren (Stellglieder) verbunden werden, um elektrische Geräte wie bspw. eine Klimaanlage zu steuern, mehr hier: https://de.wikipedia.org/wiki/KNX-Standard. Wer sein Zuhause mit einem KNX-System steuert, der kann die Klimaanlage mit einem Intesis KNX-Interface in die Gebäudeautomation einbinden. Mit der IntesisBox LG-RC-KNX-1i kann beispielsweise eine LG-Klimaanlage ins KNX eingebunden werden.

  • Smart Socket: Bei älteren Klimaanlagen, die noch über drehbare Knöpfe und Schalter am Gerät verfügen, bleibt oft nur die Einbindung ins Smarthome über eine intelligente Steckdose (Smart Socket). Hier können dann leider keine ausgefallenen Programme gefahren werden, aber es kann dennoch ein angenehmes Klima erzeugt werden. Insbesondere bei der Kopplung mit einem Temperatursensor im Smarthome, um die Kühlvorgänge gezielt abzuschalten, bzw. zu initiieren.

Hilfreiche Bücher zum Thema Klimaanlage selber installieren

  • Bücher zum Thema Heimwerken: Wie man die Klimaanlage richtig montiert und weitere hilfreiche Tipps für Heimwerker finden sich in Büchern zum Thema Heimwerken.

  • Bücher zum Thema Sanierung: Sie wollen ihr Haus oder Ihre Wohnung sanieren und überlegen eine Klimaanlage, Wärmepumpe oder ein ähnliches System zu installieren? Hier finden Sie Bücher zum Thema Sanierung.

Klimaanlage für den Wohnwagen oder Bus

Auch im Bereich der Automobile sind Klimaanlagen von entscheidender Bedeutung. Falls die Klimaanlage nicht ab Werk mit verbaut ist, kann diese auch nachgerüstet werden. Hier gibt es bereits günstige Systeme für einige hundert Euro. Der schwierige und teure Teil des Projekts 'Klimaanlage beim Auto nachrüsten' ist der Einbau. Hier ist man in der Werkstatt je nach Modell und Kosten der Werkstatt zwischen 1000-2000 € los.

Im Bereich der Campinganhänger ist das ganze etwas einfacher, weil hier das System nicht an die Lüftung angeschlossen, sondern in der Regel auf dem Dach montiert wird. Dennoch lassen sich entsprechende Fachkräfte diese Dienstleistung des nachträglichen Einbaus einer Klimaanlage trotzdem teuer.