Der richtige Rasenmäher: Typ und Dimensionierung bestimmen, Mähzeit abschätzen, Kosten berechnen und Zeitersparnis vergleichen

Die Gartensaison beginnt und als Gartenbesitzer muss man sich mit dem Thema Rasenmähen beschäftigen. Der alte Rasenmäher kann kaputt gegangen sein oder treibt einem den Schweiß beim bloßen Gedanken ans Rasenmähen auf die Stirn, ein Umzug in ein Haus mit Garten oder eine Vergrößerung des Gartens können dazu führen, dass man sich einen neuen Rasenmäher anschaffen will - aber welcher Rasenmäher ist geeignet? Den richtigen Rasenmäher zu finden, kann sich als schwierig herausstellen. Welchen Typ Rasenmäher braucht man? Wie viel Zeit kann man aufwenden oder will man sparen? Soll gemäht oder gemulcht werden? Gibt es Bedingungen bzgl. Lautstärke? Mit unseren Rasenmäher-Rechnern und hilfreichen Tipps rund um das Thema Rasenmähen bringen wir Licht ins Dunkel.

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Die wichtigsten Begriffe und Eigenschaften bei Rasenmähern

Bevor wir auf die verschiedenen Mähsysteme, Rasenarten, gesetzliche Rahmenbedingungen beim Rasenmähen und weitere hilfreiche Punkte eingehen, werden zunächst einige Begriffe definiert.

  • Schnittbreite: Die Schnittbreite bestimmt, welchen Querschnitt bzw. welche Bahnbreite beim Rasenmähen in einem Zug abgearbeitet werden kann. Bei rotierenden Klingen entspricht dies dem Durchmesser der Klingen, bei Spindelmähern handelt ist es die Länge des durch die Spindeln aufgespannten Zylinders. Je größer die Schnittbreite, desto höher die Mähgeschwindigkeit.

  • Leistung: Die Leistung eines Rasenmähers wird typischerweise in PS oder kW angegeben und beeinflusst die maximale Geschwindigkeit eines Rasenmähers - bspw. durch höhere Fahrgeschwindigkeit oder Rotationsleistung des Messers. Außerdem steigt mit zunehmender Leistung auch der Benzin- oder Stromverbrauch, somit bedeutet eine größere Leistung typischerweise auch höhere Kosten für den Mähvorgang.

  • Geschwindigkeit: Die Geschwindigkeit ist insbesondere bei Rasenmäher Robotern oder Rasentraktoren von erhöhter Relevanz und bestimmt die Dauer eines Mähdurchgangs.

  • Selbstantrieb: Manche Rasenmäher besitzen eine Selbstantriebsfunktion. Dies erleichtert das Schieben bzw. Ziehen des Rasenmähers und erhöht somit die Geschwindigkeit des Mähens bzw. erhöht den Komfort.

  • Schnitthöhe und Schnitttiefe: Die Schnitthöhe ist eine typische Kennzahl bei Rasenmähern und gibt den Bereich der Länge an, auf welche der Rasen getrimmt werden kann, sie ist relevant für speziellen Rasen wie Golf- oder Fußballrasen. Die Schnitttiefe bestimmt, wieviel Rasen abgeschnitten wird, also die Differenz zwischen der Länge der Grashalme und der Schnitthöhe. Die Schnitttiefe ist besonders relevant für Blumenwiesen, bei denen oft eine Sense herhalten muss und wirkt sich beim Rasenmähen darauf aus, nach wieviel Quadratmetern der Grasfangkorb voll ist.

  • Grasfangkorbvolumen: Das Grasfangkorbvolumen bestimmt die Menge, die abgemäht werden kann bis der abgemähte Rasen abgeladen werden muss. Typischerweise wird dieses in Litern (l) angegeben.

  • Lautstärke: Die Lautstärke wird in Dezibel (db) angegeben und ist besonders relevant in dicht bebauten Wohngebieten bzw. wenn man darauf angewiesen ist, innerhalb der vorgeschriebenen Ruhezeiten zu mähen und sich mit seinen Nachbarn zu eignen. Generell gilt für die Lautstärke der unterschiedlichen Rasenmäher-Klassen, dass manuelle die leisesten sind, gefolgt von elektrischen und Benziner die Lautesten. Insbesondere Rasentraktoren geben normalerweise laute Geräusche ab.

  • Akku-Spezifikation: Für den Akku sind die Kapazität sowie die Leistung die wichtigsten Größen, da diese bestimmen, wie lange gemäht werden kann bzw. wie lange geladen werden muss und wieviel Leistung zum Mähen erbracht werden kann. Die Kapazität wird typischerweise in Amperestunden (Ah) in Kombination mit der Spannung in Volt (V) angegeben - multipliziert man diese beiden Werte und dividiert durch 1000, erhält man die Kapazität in kWh. Hat ein Rasenmäher bspw. 1kW Leistung kann man mit einem 1kWh Akku genau eine Stunde mähen.

  • Tank-Größe und Benzinverbrauch: Die Tankgröße wird in l angegeben, der Verbrauch in l/m2; jedoch wird der Verbrauch oft nicht angegeben - hier hilft unser Benzinverbrauchsrechner zur Abschätzung

Der Energieverbrauch bzw. Benzinverbrauch von Rasenmähern sind hier besonders hervorzuheben, da diese vom Hersteller leider oft unverständlich bzw. wenig aussagekräftig in Form der Leistung angegeben werden. Unser Benzinverbrauchsrechner hilft dabei, den Verbrauch über die Leistung, die Art des Motors sowie den jeweligen Energieträger abzuschätzen.

Übersicht über die verschiedenen Rasenmäher Systeme

So verschieden die Gärten und Rasenflächen dieser Welt sind, so vielfältig sind auch die hierfür entwickelten Rasenmäher. Es gibt hierbei manuelle, elektrische oder Benzin-betriebene Rasenmäher, die die unterschiedlichsten Eigenschaften aufweisen und wiederum für sehr unterschiedliche Rasenarten geeignet sind. Weiter kann man nach Art der Klingen differenzieren - so gibt es Sichelmäher, Spindelmäher, Balkenmäher; es gibt Mulchmäher, welche den Rasen mähen und der Rasenschnitt liegen bleibt. Außerdem gibt es heute sogar Mährroboter, die einen abgesteckten Bereich automatisch abarbeiten und sich sogar an die gesetzlichen Ruhezeiten halten, wenn dies programmiert wird. Eine Fülle von Systemen und Informationen, über die im Folgenden ein Überblick gegeben wird.

Der Klassiker: Der Benzinrasenmäher

Der Benzinrasenmäher ist besonders geeignet bei Rasenflächen von ca. 300-1000 m2 bzw. auch bei kleineren Flächen mit viel Blumen- oder Baumbestand, um die herumgemäht werden muss, und wenn Aspekte wie Geräuschpegel oder Abgase keine Rolle spielen. Außerdem eignet sich der Benzinrasenmäher für abgelegenere Grundstücke oder Grundstücksteile, bei denen keine Stromversorgung in Reichweite ist. Im Bereich bis 600m2 sollten bei unwegsamen oder verwinkelten Rasenflächen eher kleine Schnittbreiten verwendet werden, da der Rasenmäher dann einfach wendiger läuft und im Bereich der Kanten angenehmeres Handling aufweist.

Vorteile des Benzinrasenmähers:

  • Keine Kabel ermöglichen große Bewegungsfreiheit
  • Hohe Leistung und Drehzahl des Messers ermöglichen auch größere Schnitttiefen
  • In der Regel größere Schnittbreite als beim Elektromäher
  • Bei Selbstantrieb deutliche Komforterhöhung

Nachteile des Benzinrasenmähers:

  • Hoher Geräuschpegel kann in bestimmten Gegenden oder bei empfindlichem Gehör problematisch sein
  • Der Schadstoffausstoß war besonders bei alten 2-Takt Motoren ein Problem, fällt allerdings bei modernen 4-Taktern mit Katalysator nicht mehr so stark ins Gewicht
  • Höhere Kosten für Anschaffung, Wartung und Betrieb als beim elektrischen Pendant
  • Höheres Gewicht kann bei starken Hanglagen ein KO-Kriterium sein

Zusammenfassend kann festgehalten werden, dass die Rahmenbedingungen wie erwünschter oder erlaubter Geräuschpegel sowie Schadstoffausstoß beachtet werden müssen sowie ein größeres Budget eingeplant werden muss - wenn dies jedoch erfüllt wird, bietet der Benzinrasenmäher einen hohen Komfort und eine gute Möglichkeit, Rasenflächen bis etwa 1000 m2 effektiv zu mähen.

Das Mäher-Upgrade für größere Flächen: Der Rasentraktor oder Aufsitzmäher

Für den Rasentraktor gelten die gleichen Vor- und Nachteile wie für seinen kleinen Bruder, jedoch noch einmal stärker. Der Rasentraktor bzw. Aufsitzmäher ist eine sehr gute Möglichkeit für Grundstücke jenseits der 1000m2. Lediglich bei engen Stellen haben die Aufsitzmäher einen Nachteil gegenüber dem Rasenmäher - Ausnahme sind hier die Nullwendekreismäher. Diese agilen Traktoren sind in der Lage, sich auf der Stelle zu drehen, sodass auch enge Bereiche gut gemäht werden können. Der Einsatz von Aufsitzrasenmähern an Steillagen und Hängen ist noch einmal kritischer als beim kleineren Benzinrasenmäher, daher raten Händler normalerweise davon ab, die Rasentraktoren an Hängen mit über 10-15 Grad Neigung zu verwenden. Zusätzlich haben Rasentraktoren einen noch größeren Verbrauch und sind noch teurer in der Anschaffung als Rasenmäher - die Zeitersparnis bei Großen Flächen gleicht diesen Nachteil allerdings wieder aus.

Die Alternative: Der Elektrorasenmäher

Die Alternative zum Benzin Rasenmäher ist der Elektromäher. Dieser kommt typischerweise in zwei Ausführungen daher - mit oder ohne Kabel. Im Folgenden beleuchten wir Vor- und Nachteile der Strom-Rasenmäher.

Vorteile von Elektro-Rasenmähern:

  • Sehr geringer Geräuschpegel schont Umwelt, Gesundheit und Geduld von Familie und Nachbarn
  • Geringerer Wartungsaufwand des Motors senkt Kosten und spart Zeit
  • Geringeres Gewicht macht den Einsatz in steilem Gelände möglich
  • Beim Elektrorasenmäher mit Kabel sind geringe Anschaffungskosten ein weiterer Pluspunkt

Nachteile:

  • Bei Kabelmähern können Stromversorgung oder auch Wendigkeit problematisch sein
  • Reichweite aus elektrotechnischen Gründen auf ca. 100m Verlängerungskabel begrenzt
  • Typischerweise geringe Leistungen sind nicht gut für widerstandsfähigem Bewuchs geeignet
  • Bei Akku-Mähern verringert sich die Akku Kapazität bei kalten Außentemperaturen, sodass die Reichweite sinkt
  • Bei Akku-Mähern muss unter Umständen eine Pause eingelegt werden, wenn der Akku leer ist

Zusammenfassend kann festgehalten werden, dass Elektro-Rasenmäher insbesondere dann zu empfehlen sind, wenn auf Lautstärke und Gewicht, aber nicht auf Leistungsfähigkeit wegen widerstandsfähigem Rasen oder Gras geachtet werden muss. Bei sehr kleinen Gärten, die nicht verwinkelt sind, bietet sich der Elektro-Mäher mit Kabel auch aufgrund der geringen Anschaffungskosten an. Bei größeren Grundstücken und wo Wendigkeit gefragt ist, sollte der Akku-Rasenmäher den Vorzug erhalten.

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Der Rasenmäher-Roboter: Arbeitserleichterung und Smarthome-geeignet

Rasenmäher-Roboter können eine echte Erleichterung für all diejenigen darstellen, die gerne Zeit sparen beim Rasenmähen. Damit sich die Roboter auf der Rasenfläche zurechtfinden, muss zunächst eine Induktionsschleife im Garten verlegt werden. Dies ist typischerweise ein Kabel, welches bis zu 2 cm unter der Oberfläche verlegt werden kann und durch welches ein schwacher Strom geschickt, welcher dann vom Rasenroboter als Begrenzung registriert wird. Hat man die Induktionsschleife verlegt, funktioniert der Rest so, dass der Rasenmäher selbstständig über die Rasenfläche fährt und hierbei stets etwas Rasen abnimmt und auf der Fläche liegen lässt, wodurch gleichzeitig gedüngt wird (Mulchmähen). Dies geschieht typischerweise über ein Sichelmesser. Ist der Akku des Mähroboters im kritischen Bereich, fährt der Roboter zurück zur Ladestation und lädt auf, um sich für den nächsten Mähgang vorzubereiten.

Vorteile eines Mähroboters:

  • Große Zeitersparnis, da nicht mehr selbst gemäht werden muss
  • Mulchen sorgt für Düngung des Rasens und macht Entsorgung überflüssig

Nachteile eines Mähroboters:

  • Hohe Anschaffungskosten (800-2500€)
  • Höhere Kosten für Techniker bei Problemen oder Defekten
  • In kälteren Monaten geringere Akku-Kapazität
  • Erhöhtes Diebstahlrisiko -Begrenzte Schnitttiefe, sodass nach längeren Pausen manuelles Mähen erforderlich ist

Insgesamt ist der Mähroboter keine günstige Lösung, bei der einige zusätzliche Installationen wie Begrenzungsmarkierungen und Diebstahlsicherung eingebaut werden müssen. Hat man jedoch beschlossen, dass man nicht Jahre seiner Lebenszeit mit dem Mähen einer Rasenfläche verbringen möchte, gibt es keine alternative zum Rasenmäher-Roboter. Ebenso kommen Technikfreaks, die ein Smarthome aufgesetzt haben, hier voll auf ihre Kosten, wenn sie die Mähzeiten an Wetterprognosen koppeln und weitere Optimierungen vornehmen. Mithilfe unserem Zeitersparnisrechner können Sie herausfinden, wieviel Lebenszeit Sie durch die Anschaffung eines Mähroboters sparen können.

Weitere Rasenmäher: Spindelmäher, Luftkissenmäher und Balkenmäher

RasenmähertypBeschreibungVorteileNachteile
SpindelmäherBeim Spindelrasenmäher sind 4-6 spindelförmige Messer in einem Zylinder, dessen lange Seite parallel zum Boden läuft, angeordnet. Diese drehen dann bei Bewegung gegen ein gegenläufiges Messer, sodass eine Art Schereneffekt erzeugt wird, welcher das Gras sehr sauber abtrennt. Dieses saubere Abtrennen macht Spindelrasenmäher interessant für den Einsatz bei bspw. Golf- oder Zierrasen. Normalerweise sind Spindelrasenmäher nicht motorisiert.Sehr sauberes Schnittbild, kann sehr tief den Rasen mähen, einzige Schnitttechnik für Golfrasen und Co.Nur für niedrige Schnitthöhen geeignet, Für Privatanwendung fast nur Mäher ohne Motorantrieb erhältlich, daher nur kleine Flächen bearbeitbar
LuftkissenmäherDurch einen Elektro- oder leichten Benzinmotor (normalerweise 4-Takter) wird neben dem Schneidewerk ein Gebläse angetrieben, welches einen Luftstrom unter dem Mäher erzeugt, der sich in einem speziell geformten Gehäuse verfängt und das sog. Luftkissen erzeugt.Extrem leicht zu bewegen, quasi gewichtslos; dadurch ist er sehr gut für extreme Hanglagen (>60°) und Menschen mit nicht so viel Körperkraft geeignet (zierlichere Männer oder Frauen, ältere Menschen)NIcht geeignet für hohes Gras, keine Verstellbarkeit der Schnitthöhe möglich, nicht für größere Flächen geeignet
BalkenmäherDer Balkenmäher wird geschoben. Vorne befindet sich ein ca. 1m breites Balkenmesser, welches wie eine Schere funktioniert. Balkenmäher haben typischerweise Selbstantrieb, sodass sie, wenn nötig, auch an Hängen eingesetzt werden können. Der Haupteinsatzzweck von Balkenmähern sind höhe Gräser bis zu 1.5m HöheKann als Handmäher auch für Mittelgroße Flächen mit hohem Gras eingesetzt werden, Kraftvoll, Grasschnitt kann als Viehfutter genutzt werdenUnhandlich, schlecht für Hanglagen geeignet, Wartung der Schneidemesser umständlich

Rasenmähertypen und Schnittbreiten für jede Rasengröße

FlächengrößeEmpfohlene MähertypenEmpfholene Schnittbreite (cm)
Bis 150 m2Spindelmäher, kleine Elektromäher und Akkumäher32
150 - 250 m2Normale Elektromäher und Akkumäher32 - 34
250 - 500 m2leistungsstärkere Elektro- und Akkumäher oder Benzinmäher36 - 44
500 - 1000 m2Leistungsstarke Benzinmäher oder Aufsitzmäher46 - 54
1000 - 2000 m2Aufsitzmäher, Rasentraktoren und Rider76 - 96
Über 2000 m2sehr starke Geräte, wie Rasentraktoren und Rider105 - 125

Vergleichstabelle: Rasenmähertyp - Preis - Rasenfläche

RasenmähertypPreisspanneGröße der Rasenfläche
Sichelmäher (Benzin)250-700 EuroEtwa 300-1500m²
Sichelmäher (Elektro)70-250 EuroEtwa 100-1000m² je n. Gelände
Spindelmäher (Handbetrieb)50-200 Euro- 300m²
Akkumäher200-500 Euro- 600m² je nach Rasenhöhe
Mulchmäher (Benzin)250-700 Euro300-1500m²
Mulchmäher (Elektro)150-350 EuroEtwa 100-1000m² je n. Gelände
Mähroboter800-2500 Euro200-1500m²
Aufsitzmäher1000-3000 Euro800- m²
Luftkissenmäher (Benzin)750-1200 Euro300-1500m²
Luftkissenmäher (Elektro)100-250 Euro100-1000m²

10 Aspekte, auf die man beim Kauf des richtigen Mähers achten sollte

  • Dimensionierung von Mäher und Fangkorb
  • Nähe zum Fachhändler
  • Motor und Schadstoffausstoß
  • Geräuschentwicklung
  • Schnitthöhenverstellung
  • Verstellbarkeit der Holme und Griffe
  • Einfachheit der (De-)Montage und Wartung
  • Verlängerungskabel mit im Preis enthalten?
  • Automatischer Kabelaufroller vorhanden / nötig?
  • Solarantrieb bei Mährobotern

Spielrasen, Gebrauchsrasen, Golfrasen - womit mähen?

Natürlich wird mit dem Rasenmäher gemäht, aber welcher Rasenmäher ist besonders gut für bestimmte Rasenarten geeignet? Generell gilt, dass Spindelmäher das Gras tatsächlich abschneiden, während Sichelmäher den Grashalm eher abreißen. Daher bieten Spindelmäher den deutlich feineren Schnitt, was bei Zierrasen oder Golfrasen wichtig ist. Für den Rasen des Otto-Normalverbrauchers ist dies allerdings normalerweise gar nicht nötig. Sieht man sich extremen Schnittiefen gegenüber, bietet sich in der Regel der Balkenmäher an, der bis zu 1,5 m abschneiden kann. Wir haben eine Übersicht erstellt, die hier hilft, einen Überblick über Rasenarten und -mähertypen zu gewinnen:

  • Blumenwiese: Sense oder Balkenmäher (mit Eigenantrieb)
  • Landschaftsrasen: Benzin Sichelmäher oder Aufsitzmäher (da meist große Flächen)
  • Spielrasen / Gebrauchsrasen: Elektro Sichelmäher (bis ca. 300m² Fläche) sonst Benzin Sichelmäher
  • Zierrasen: Handspindelmäher (bis max 100m²) Sonst auch Sichelmäher möglich
  • Golfrasen: Motorspindelmäher

Möglichkeiten zum Umgang mit Rasenschnitt

  • Mulchmäher verwenden: In diesem Fall bleibt der Rasenschnitt einfach liegen und düngt die Rasenfläche
  • Mischkompostierung bspw. mit Zweigen, Erde, Ursteinmehl
  • Schnellkompostieren mittels Brennesseln und Schnellkomposter: Mischung schön feucht halten, um gutes Kompostat zu erhalten
  • Bei gutem Wetter Rasenschnitt dünn ausbreiten und antrocknen lassen
  • Rasenschnitt zum Mulchen verwenden, um Boden abzudecken
  • Tierfütterung: Geringe Mengen mähen und verfüttern bevor das Innere eines Haufens bspw. warm werden kann

Richtig Rasenmähen

Das wichtigste beim Rasenmähen ist, dass der Rasen trocken genug ist. Sei es beim Mulchen oder beim normalen Mähen - ein nasser Rasen mäht sich nicht gut und nasser Rasenschnitt kann Probleme beim Mulchen erzeugen. Manchmal hat man keine Wahl und muss in den sauren Apfel beißen - hier kann man im Zweifel lediglich eine etwas geringere Schnitttiefe wählen und den Rasenschnitt an einer sonnigen Stelle ausbringen, sodass der Rasen schneller trocknet und dann weiterverarbeitet werden kann. Ein weiterer Punkt ist das Mähen nach längerer Mähpause, wie es bspw. nach dem Urlaub der Fall ist. Hier empfiehlt es sich, unter Umständen mehr als einmal zu mähen. Am Ende des Tages ist auch die Messlatte für das Ergebnis entscheidend - die meisten Messer zerfransen den Rasen an der Spitze - soll dieser hier sauber abgeschnitten sein, wie bspw. beim Golf- oder Zierrasen, muss man auf schonende Verfahren wie bspw. mit dem Spindelmäher zurückgreifen.

Die richtige Schnitthöhe für den Rasen

Generell kann man die Schnitthöhe bei den meisten Rasenmähern recht gut einstellen - Ausnahme ist der Luftkissenmäher oder ältere Rasenmäher - und versucht, den Rasen je nach Art innerhalb einer bestimmten Schnitthöhe einzustellen. Die unterschiedlichen Rasenarten haben hier verschiedene Soll-Bereiche. Zierrasen wird bei 2-3 Zentimetern kurz gehalten, auch Golfrasen wird kurz gehalten - teilweise sogar bis in den Millimeterbereich, wo man zum Spindelmäher greifen muss. Gebrauchsrasen für Sport und Spiel wird auf ca. 3-5 Zentimeter geschnitten. Blumenwiesen werden sehr lang stehen gelassen - 0,5 - 1,5 m und nur wenige Male pro Jahr gemäht, typischerweise mit einem Balkenmäher, der entsprechend große Schnitttiefen abbilden kann.

Generell gilt, dass man den Rasen, wenn es sehr heiß ist, etwas länger stehen lässt, um die Verdunstung zu reduzieren und so ein Ausdorren des Rasens zu verhindern. Ein weiterer wichtiger Mähzeitpunkt ist das letzte Mähen vor dem Wintereinbruch - hier sollte man den Rasen wiederum etwas kürzer mähen, sodass die Gefahr von Pilzerkrankungen im Winter reduziert wird. Je nach Wetterumschwung sollte evtl. noch einmal nachgemäht werden.

Automatische Düngung und weniger Arbeit mit dem Rasenschnitt: Das Mulchmähen

Neben dem klassischen Rasenmähen mit Auffangkorb oder Aufharken nach dem Mähen besteht die Option, den Rasenschnitt auf der Rasenfläche liegen zu lassen, das sogenannte Mulchmähen. Im Folgenden wollen wir dies kurz erklären und die Vor- und Nachteile aufzeigen.

Die Vorteile des Mulchens sind die automatische Düngung des Rasens durch Verrottung des Rasenschnitts auf der Rasenfläche, weshalb das Düngen des Rasens (typischerweise 2-3 Mal pro Jahr) entfällt. Außerdem hat man logischerweise weniger Arbeit und Kosten bei der Entsorgung des Rasenschnitts. Der Nachteil des Mulchens ist etwas individuell verschieden - je nachdem, wie gerne man barfuß im Garten läuft und sich an Rasenschnitt unter den Füßen stört.

Beim Mulchen sollte beachtet werden, dass es hierfür Mulchmäher gibt, die den Rasen noch einmal zusätzlich zerkleinern nachdem der Rasen geschnitten wurde, sodass die Gefahr von Klumpen, die den Rasen schädigen können, verringert wird und der Rasenschnitt mehr in Bodennähe gelangt. Der Platz zwischen den Grashalmen wird so auch vertikal besser ausgenutzt. Generell wird beim Mulchmähen darauf geachtet, den Rasen häufiger, dafür weniger stark zu mähen - das führt dazu, dass in manchen Fällen ein mehrfaches Mähen pro Woche nötig wird - hier eignen sich Mähroboter gut, um beim Rasenmähen effektiv Zeit zu sparen. Eine weitere Möglichkeit besteht darin, den Rasenschnitt separat zu kompostieren und dann auf die Fläche aufzubringen - auch hierbei ist darauf zu achten, dass der Humus, der auf die Fläche aufgebracht wird, hinreichend trocken ist. Hier muss unbedingt darauf geachtet werden, dass man den Rasen nicht erstickt - auch wenn noch Humus übrig bleiben sollte - lieber nicht zu viel aufbringen und damit den Rasen schädigen. Wenn es möglich ist, sollte das Mulchen bei diesem Vorgehen im Frühjahr erfolgen, um das Wachstum im Saisonverlauf zu stimulieren.

Bücher zum Thema Rasen & Rasenpflege

Wissenswerte zum Thema Rasen für Einsteiger und Forteschrittene:

Bücher zum Thema Garten

Wir haben uns die Mühe gemacht und einige sehr gut bewertete Bücher herausgesucht, die jeweils verschiedene Themenbereiche oder Tiefen zum Thema Garten- und Gartenpflege behandeln.

Bücher zum Thema Nachbarschaftsrecht

Beim Thema Nachbarschaftsrecht gibt es viele Implikationen, die im Garten besonders die Grundstücksgrenze sowie auch das Rasenmähen betreffen. Hier haben wir versucht, einige Bücher herauszusuchen, die umsetzbare Praxistipps beinhalten.

Rasenmähen und Lärmbelästigung: Die Geräte- und Maschinenlärmschutzverordnung (32. BlmSchV)

Wissen Sie, wann und wie laut Sie ihr Grundstück mähen dürfen? Ein zu lauter Rasenmäher wird in Wohngebieten schonmal zum Problem. Wir wollen daher kurz auf die Geräte- und Maschinenlärmschutzverordnung eingehen, damit es bei Ihnen nachher kein böses Erwachen gibt. Im September 2002 wurde die Geräte- und Maschinenlärmschutzverordnung (32. BImSchV) erlassen, die die alte Rasenmäherlärmverordnung ablöste.

Neben dem Rasenmäher können noch weitere Gartengeräte unangenehme Geräusche verursachen - das hat der Gesetzgeber erkannt und die Rasenmäherlärmverordnung angepasst und auf weitere Geräte verallgemeinert. Zu diesen Geräten gehören neben Rasenmähern jeglicher Art Freischneider, elektrische Heckenscheren, Laubsauger und Laubbläser, Rasentrimmer und Rasenkantenschneider, Motorkettensägen, Motorhacken mit Verbrennungsmotor, Motorhäcksler, Vertikutierer. Die Verordnung regelt das Minimum, welches eingehalten werden muss, um Lärmbelästigung zu verhindern - dies beinhaltet insbesondere:

  • Kein Betrieb an Sonn- und Feiertagen sowie zwischen 20 Uhr abends und 7 Uhr morgens
  • Kein Betrieb von Freischneider, Grastrimmer, Graskantenschneider, Laubbläser und Laubsauger während der Mittagsruhe von 13-15 Uhr

Die Geräte- und Maschinenlärmschutzverordnung greift insbesondere in Wohngebieten, die dicht besiedelt sind sowie in Kur-, Erholungs- oder Kleinsiedlungsgebieten sowie in der Nähe von Kliniken oder Pflegeeinrichtungen. In Gebieten, die stärker industriell genutzt werden wie Gewerbegebieten oder Mischgebieten sowie in Dorfgebieten können die Beschränkungen außer Kraft gesetzt oder stark gelockert sein, da hier auf engerem Raum nicht so viele Betroffene leben und nicht so viele Erzeuger von Lärm dieser Kategorie.

Die Geräte- und Maschinenlärmschutzverordnung is lediglich ein Mindeststandard - letztlich maßgebend sind die Regelungen der Länger, oder Kommunen sowie der jeweilige Bebauungsplan für das Gebiet. Hier ergibt es Sinn, sich bei der Verwaltung der Kommune zu informieren, welche Regelungen maßgeblich sind.

Verstöße gegen die o.g. Verordnung sind kein Kavaliersdelikt und können mit Geldstrafen in Höhe von bis zu 50.000€ geahndet werden, sofern sie zur Anzeige gebracht werden.

Allerdings hat man natürlich auch als Gartenbesitzer, der sich um den Garten kümmert, Rechte, wie ein Fall beim Amtsgericht Siegburg aus dem Jahr 2015 (AZ 118 C 97/13) zeigt. Hier wurde entschieden, dass der Rasenmäher Roboter, sofern er die Zeiten einhält, selbst bei täglich 5h Mähen, nicht gegen die Verordnung verstößt - also aufpassen bei der Festlegung des Programmes und Ruhezeiten mit einprogrammieren. (Link zum Fall: https://www.rechtsindex.de/recht-urteile/5183-urteil-tagsueber-maeht-der-rasenroboter-der-nachbar-ist-dagegen-und-beklagt-sich-ueber-laerm)

Sinnvolles Zubehör und Ersatzteile für Rasenmäher

  • Gehörschutz
  • Sichel
  • Mähmesser
  • Wetz- oder Schärfstäbe oder -steine
  • Starter-Vorrichtung
  • Griffe
  • Reifen & Räder
  • Kabel zum Legen einer Induktionsschleife
  • Diebstahlsicherung für Mähroboter